Eingangsstufe

Seit wann gibt es die Eingangsstufe?

Hessen ging 1968 als erstes Bundesland mit dem Schulversuch „Eingangsstufe“ neue Wege, den Vorschulbereich neu zu gestalten. Begründet wurde dieser Schulversuch damit, dass der Schuleintritt mit dem vollendeten sechsten Lebensjahr zu spät erschien, um allen Kindern gleiche Chancen für den Bildungsweg zu eröffnen.

Was möchte die Eingangsstufe erreichen?

Die Kinder werden mit bereits fünf Jahren eingeschult und verbleiben zwei Jahre in der Eingangsstufe. Diese Zeit wird intensiv genutzt, um:

  • die geistige, soziale und kreative Entwicklung der Kinder frühzeitig zu fördern
  • umweltbedingte Startnachteile durch individuelle Förderung zumindest teilweise auszugleichen
  • den Bruch zwischen Kindergarten und Schule zu vermeiden, in dem die Kinder langsam in das schulische Lernen hineinwachsen
  • mit Zeit und Ruhe in das Lernen des Schulalltags einsteigen, d.h. die Kinder haben täglich fünf Stunden Unterricht (eine Stunde mehr als ein Kind der 1. Klasse)

Die Lernziele der zwei Eingangsstufenjahre entsprechen denen des regulären ersten Schuljahres. Durch den Projektunterricht können die Kinder jedoch viel intensiver in die Themen einsteigen und dadurch erlernen sie viel mehr als nur den Stoff der 1. Klasse.
Es bedeutet jedoch nicht, dass die Lerninhalte der ersten Klasse um ein Jahr vorverlegt werden. Im ersten Eingangsstufenjahr liegt der Schwerpunkt auf dem Spiel und der Entwicklung von Arbeitshaltung, Arbeitstechniken und sozialen Verhaltensweisen. Mehr und mehr werden
Lesen, Schreiben und Rechnen zu den zentralen Inhalten bis in das zweite Eingangsstufenjahr. Natürlich wird bereits zu Beginn auch mit Buchstaben und Zahlen gestartet, aber mit viel mehr Zeit zum Festigen des Gelernten.

Die Eingangsstufe an der Linnéschule

  • An der Linnéschule existiert die Eingangsstufe bereits seit 1969. Seit 1995 gibt es in der Eingangsstufe verlässliche Öffnungszeiten: von 8.00 bis 12.30 Uhr.
  • Ab 7.30 gibt es die Frühbetreuung im Haus. Für die E1 Kinder, die wie die Kannkinder kaum einen Betreuungsplatz bekommen, haben wir in Kooperation mit dem ESB-Schülerzoo (Hort) ein extra Betreuungsmodul von 12.30 bis 17.00 Uhr geschaffen – das Schülernest.
  • Die Eingangsstufenkinder werden sie in enger Zusammenarbeit von einer Lehrerin und einer Sozialpädagogin (größter Teil in Doppelbesetzung) in gut ausgestatteten und schön gestalteten Räumen unterrichtet. Ihnen stehen zwei verbundene Räume zur Verfügung.
  • Der Tagesrhythmus eines Schulvormittages orientiert sich an den Bedürfnissen und dem Entwicklungsstand der Kinder. Zu Beginn der E 1 steht das Freie Spielen im Vordergrund mit abwechselnden Arbeitsphasen.
  • Die Kinder haben Zeit, ihre neue Umgebung kennen zu lernen und Kontakt zu ihren Mitschülerinnen und Mitschülern aufzunehmen.
  • Die tägliche Spielzeit ist fester Bestandteil der Eingangsstufe. Die Spielphasen wechseln sich mit den Arbeitsphasen ab. Im Laufe der zwei Eingangsstufenjahre verlagert sich der Schwerpunkt zu den Arbeitsphasen. Der fließende Übergang von Spiel- und Arbeitsphasen erleichtert den Kindern den Start in die Schule.
  • Mit modernen Materialien und Unterrichtsformen (Freie Arbeit / Wochenplan und Projektorientierung) werden die Kinder zu selbständigem und eigenverantwortlichem Lernen geführt. Die Rhythmisierung und die offenen Arbeitssituation geben Zeit und Raum für eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler.
  • Ein weiterer und wichtiger Schwerpunkt in der Eingangsstufe liegt in der Förderung von Kreativität. Singen, Musizieren, Tanzen, Malen und Basteln tragen zur Entwicklung der musischen und künstlerischen Ausdrucksfähigkeit der Kinder bei.

Die Eingangsstufe ist ein optimaler Schulbeginn für alle Kinder.